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Deine Welt. Deine Wahl.

Thorsten Dirks, Telefónica Deutschland.

Die Welt von heute ist ein Universum der Information. Wer das mathematisch ausdrücken möchte, kommt auf eine Zahl mit 21 Nullen: Aktuell gibt es in dieser Welt über acht Zettabyte verfügbare Information. Und wir alle leisten unseren Beitrag, dass diese Zahl täglich steigt. Heute werden in fünf Tagen global mehr Daten produziert als in den 2000 Jahren der Menschheitsgeschichte zuvor.

Zu einer sachlichen Perspektive auf das Potenzial der neuen Datenökonomie gehört der Blick auf den erheb­lichen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Nutzen, der sich aus der Erfassung und Analyse großer Datenmengen ziehen lässt. Big Data ist der herzkranke Mensch, der sich bewusst dafür entscheidet, seinen Körper rund um die Uhr medizinisch beobachten zu lassen. Denn nur so ist seine bestmögliche gesundheitliche Versorgung gewährleistet. Big Data ist ebenso die Nutzung vernetzter Technologien im Eigenheim, mit denen sich der Energieverbrauch senken und der Komfort erhöhen lassen. Big Data ist nicht zuletzt eine intelligente Stadt- und Verkehrsplanung auf Basis aktueller Bewegungsmuster von Hundert­tausenden Menschen in einer Region. Sie führt zu weniger Staus, vermindertem Zeitaufwand für Pendler und vor allem zu geringerem Ressourcenverbrauch.

„Es sind vielmehr unsere mittlerweile vorhandenen Fähigkeiten, Daten zu verknüpfen, sie im Kontext zu analysieren und aus den Ergebnissen Schlüsse zu ziehen.“

Es lassen sich viele weitere Beispiele finden, die großen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Nutzen stiften. Dabei ist es keineswegs die schiere Menge an Daten, aus der sich ein entsprechendes Potenzial ergibt. Es sind vielmehr unsere mittlerweile vorhandenen Fähigkeiten, Daten zu verknüpfen, sie im Kontext zu analysieren und aus den Ergebnissen Schlüsse zu ziehen. Im Fachjargon wird hier von Data Science gesprochen. Dahinter verbergen sich etwa in der Medizin neue Erkenntnisse von unschätzbarem Wert. So führt beispielsweise das Wissen um individuelle Gesundheitsindikatoren in Verbindung mit Daten zu den Lebensgewohnheiten zu einer recht zuverlässigen Vorhersage, ob ein Mensch künftig an Diabetes erkranken wird oder nicht. Auf dieser Basis wiederum lassen sich frühzeitig Präventionsprogramme ansetzen. Daten, daran kann es keinen Zweifel geben, sind der wichtigste Rohstoff des 21. Jahr­hunderts. Ihre Veredelung schafft umfangreichen Nutzen.

Wollen wir darauf künftig wirklich verzichten? Ich bin der festen Überzeugung, dass dies ein großer Fehler wäre. „Wer zu ängstlich ist, wird an vielen Wertschöpfungen der Zukunft nicht teilnehmen“, hat Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel erst kürzlich mit Blick auf Big Data gesagt. Dem kann man nur zustimmen. Doch es geht eben nicht nur um eine wirtschaftliche Betrachtung, es geht auch um gesellschaftlichen Nutzen. Die systematische Auswertung großer Datenmengen, das bestreiten selbst Kritiker nicht, birgt enorme Chancen.

Allerdings sollten wir die Bedenken der Skeptiker ernst nehmen und Antworten aufzeigen. Bei ihnen gibt es nicht nur die Sorge, jegliche Privatsphäre und Individualität aufzugeben. Manche antizipieren auch eine von globalen Konzernen durch subtile Manipulation beherrschte Konsumwelt.

In einer freien Gesellschaft sollte jeder Einzelne von uns zu jeder Zeit die Entscheidung treffen können, was mit seinen Daten geschieht.

Meine Antwort auf diese Bedenken ist einfach: In einer freien Gesellschaft sollte jeder Einzelne von uns zu jeder Zeit die Entscheidung treffen können, was mit seinen Daten geschieht. Um eine solche freie Entscheidung zu ermöglichen, müssen sich Unternehmen bereit erklären, dem Individuum Souveränität über seine Daten und vollständige Transparenz über deren Verwendung zu gewähren. Und sie müssen ihm das Recht einräumen, die Nutzung seiner Daten zu verweigern. Nur so schaffen wir die notwendige Akzeptanz, um die Chancen von Big Data für Gesellschaft und Wirtschaft zu nutzen. Zugleich schützen und stärken wir die Freiheit des Individuums.

Das ist Selbstbestimmung im digitalen Zeitalter und der Kern unserer Philosophie. Telefónica Deutschland ist dabei, mit Advanced Data Analytics selbst Lösungen für die Analysen großer Datenmengen zu entwickeln und dem Markt die Erkenntnisse zur Verfügung zu stellen. Als größter Mobilfunkanbieter Deutschlands mit über 43 Millionen Kunden bieten wir mehr als nur datenbasierte Konnektivität. Auch wir wollen den Rohstoff Daten nutzen, weil wir glauben, damit Mehrwert für unsere Kunden und für die Gesellschaft zu schaffen.

Unser Vorgehen unterscheidet sich allerdings grundlegend vom Ansatz der großen Internetplattformen. Deren Geschäftsmodell ist es, ihre Dienste vermeintlich kostenlos anzubieten. Fakt ist jedoch, dass jeder von uns heimlich zur Kasse gebeten wird. Die Währung sind unsere persönlichen Daten. Und eine Entscheidungshoheit über unsere Daten haben wir dabei nicht oder nur in sehr begrenztem Umfang.

Telefónica Deutschland geht bewusst einen anderen Weg. So haben wir in enger Abstimmung mit den Datenschutzbehörden ein eigenes Anonymisierungsverfahren entwickelt. Damit stellen wir sicher, dass bei der Analyse großer Datenmengen keine Rückschlüsse auf individuelle Nutzer möglich sind. Vor allem aber stellen wir sicher, dass unsere Kunden die Hoheit über ihre Daten behalten, und lassen sie selbst entscheiden, ob und in welchem Umfang sie der Nutzung ihrer Daten zustimmen. Sie können ihre persönlichen Präferenzen mit dem Nutzen abwägen, den ihre Daten für die Wirtschaft und Gesellschaft schaffen. Wir setzen uns somit dafür ein, dass sie ihr digitales Leben souverän gestalten können.

„Deine Welt. Deine Wahl.“ So lautet deshalb unsere Devise. Jeder muss entscheiden können, wie viel und was er von sich preisgibt. Nur so wird ein selbstbestimmtes digitales Leben möglich. Für diese freie Entscheidung steht Telefónica Deutschland.