Datenschatz und Datenschutz – Ein Aufruf zur breiten, offenen Diskussion.

Markus Haas, Telefónica Deutschland

„Deutschland wird digital. Das ist keine Frage des Ob, sondern des Wie. Das Wie müssen wir gemeinsam gestalten“

Die Digitalisierung beeinflusst sämtliche Bereiche unseres Lebens. Wir alle nutzen täglich digitale Technologien und produzieren so eine nie dagewesene Menge an Daten. Der Umgang mit diesem neuen Datenschatz braucht Regeln, wenn seine Nutzung sinnvoll sein und ein Missbrauch vermieden werden soll. Dafür braucht es eine breite und offene Diskussion über Chancen und Regeln der Digitalisierung in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Und es geht letztlich um die große Frage, ob wir einen gesellschaftlichen Konsens darüber erreichen können, wer über die Verwendung welcher Daten wie entscheiden darf.

„Wenn wir den Datenschatz heben wollen, brauchen wir einen gesellschaftlichen Konsens über den Datenschutz. Dafür müssen wir die Chancen und Risiken von Datenanalysen offen und glaubwürdig diskutieren.“

Was motiviert uns, diese Diskussion einzufordern, man könnte sogar sagen: beharrlich darauf zu bestehen? Telefónica Deutschland ist als führender Telekommunikationsanbieter ein wichtiger Treiber der Digitalisierung in Deutschland. Mit unseren Produkten und Services gestalten unsere Kunden ihren digitalen Alltag. Unsere Geschäftsaktivitäten generieren Daten – und zwar in großen Mengen.

Unsere Grundhaltung zur Verwendung von Daten ist positiv. Wir sind überzeugt, dass die Analyse großer Datenmengen erheblichen Nutzen für Wirtschaft und Gesellschaft bringen kann. Die Chancen sind enorm. Bei all den Möglichkeiten ist uns jedoch bewusst, dass die Nutzung von Daten gerade in Deutschland mit großer Skepsis betrachtet wird. Umso wichtiger ist es, dass sich möglichst viele mit den Chancen und Risiken der datengetriebenen Welt auseinandersetzen.

„Wir wollen den Nutzern die Kontrolle über die Verwendung ihrer Daten geben.“

Wir haben das gemacht und unsere Grundprinzipien für die digitale Transformation formuliert: Wir wollen, dass die Menschen die Hoheit über die Verwendung ihrer Daten haben. Deshalb geben wir ihnen die Kontrolle über ihre Daten und weitgehende Entscheidungsmöglichkeiten, welche Nutzung sie erlauben wollen und welche nicht.

Dabei reden wir nicht nur von aggregierten und anonymisierten Daten. Es geht auch um die Nutzung personenbezogener Daten. Dies jedoch unter der Prämisse, dass der Kunde verschiedene Informationen freiwillig zur Verfügung stellt und zustimmt, dass diese Daten für bestimmte Zwecke verwendet werden dürfen. Diesen Standpunkt verteidigen wir hart. Und er unterscheidet uns deutlich von so manchem amerikanischen Internet-Riesen.

„Wie wir die Regeln für den Umgang mit Daten definieren, wird entscheidend für unsere wirtschaftliche und gesellschaftliche Zukunft sein.“

Deutschland und Europa müssen sich in der Digitalisierung positionieren, um den nächsten Entwicklungssprung der globalen Wirtschaft nicht zu verschlafen. Daher unser Aufruf an Nutzer, Politiker, Wissenschaftler, Wirtschaftsführer und andere Stakeholder: Lassen Sie uns diskutieren, welche Freiräume und welche Grenzen in der Analyse und Nutzung von Daten künftig gesetzt werden sollten. Und lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, die Regeln für die Datengesellschaft zu gestalten.